Kreditkarten werden heute oft kostenlos von verschiedenen Kreditinstituten herausgegeben. Trotzdem gibt es Voraussetzungen, die erfüllt sein müssen, um eine Karte zu erhalten. Neben einer ausreichenden Bonität, die mittels regelmäßiger Zahlungseingänge nachgewiesen werden muss, bestehen einige Unternehmen auch auf eine positive Schufa-Auskunft.
Im 19. Jahrhundert war die Kreditkarte noch reine Fiktion. Edward Belamy hatte die Idee eines bargeldlosen Zahlungssystems zum ersten Mal in einem seiner Science Fiction Romane verarbeitet. In der Vorstellung des Romanautors war die Kreditkarte ein Pappestück, von dem bei jedem Zahlungsvorgang ein kleines Stück abgeschnitten wurde.
Obwohl seine Vorstellungen mit der modernen Form der Kreditkarte nichts mehr gemein haben, kann man Bellamy wohl als den geistigen Vater der Kreditkarte bezeichnen.
Es dauerte Jahrzehnte bis seine Idee wieder aufgegriffen wurde. Die Western Union ermöglichte mit der ersten realen Kreditkarte ihren Kunden die Abwicklung bargeldloser Bestellungen. Ein wesentliches Merkmal moderner Kreditkartenzahlungen war auch schon damals möglich: Man konnte die eingegangenen Zahlungsverpflichtungen mit zeitlicher Verzögerung bezahlen.
Wie so oft in der Geschichte gab es natürlich auch hier sehr schnell einige Nachahmer, die auf den fahrenden Zug aufsprangen. So zum Beispiel die General Petroleum Corporation, die an ihr Personal und gute Kunden eine Kreditkarte aus Metall ausgab. Erwerben konnte man mit dieser Karte nicht nur Benzin sondern auch Dienstleistungen rund um das Thema Auto.
Entgegen anders lautender Meinungen waren es also nicht die Banken, die im Kreditkartensektor die Vorreiterrolle einnahmen.
Bis die Kreditkarte auch unternehmensübergreifend als Zahlungsmittel eingesetzt werden konnte, ging noch etwas Zeit ins Land. Erst 1949 gründete der Amerikaner Mc Namara das Unternehmen Diners Club. Wie der Name schon sagt, sollte die von Diners Club herausgegebene Kreditkarte das Dinieren, also das Speisen auf Kredit, in einigen ausgesuchten Lokalen ermöglichen.
Die Idee Mc Namaras entstand aus reinem Eigennutz. So war er selbst einmal in die missliche Lage gekommen, aus Mangel an Bargeld, eine Rechnung nicht begleichen zu können. Äußerst blamabel, da es sich um ein Geschäftsessen handelte.
Kurz und gut, die Idee für eine unternehmensübergreifende Kreditkarte war geboren.
Schon nach einigen Monaten hatte Mc Namarra über 30 Unternehmen aus dem Hotel- und Gaststättengewerbe für sein neues Bezahlsystem begeistert. Der Kundenkreis von Diners Club betrug rund 200 Personen. Doch die neue Idee fand schnell weitere Anhänger. Bereits 1951 konnte Diners Club 42.000 Kunden mit der neuen Dienstleistung versorgen.
Master Card, ein Kind der Franklin Bank, New York, startete gleichfalls 1951. Erstmals hatten nun auch Geschäfte die Möglichkeit, Waren mittels Kreditkarte zu verkaufen. Ein geniales Franchise- System trug dazu bei, dass sich die Karte sehr schnell auch über die Grenzen des New Yorker Stadtgebietes verbreitete. Zu guter Letzt, war in jeder großen amerikanischen Stadt eine Bank berechtigt, die Mastercard an ihre Kunden auszugeben.
Europa erreichte das Kreditkartenfieber in den 60er Jahren. Eine Vorreiterrolle hatten die Schweden. Die Eurocard wurde von einem Bankier names Wallenberg in den europäischen Markt gepusht und verbreitete sich sehr schnell über ganz Europa.
Mittlerweile steht den Kunden in Deutschland ein breites Spektrum unterschiedlichster Kreditkartenanbieter zur Verfügung. Neben Versicherungsleistungen bieten mittlerweile auch einige Kreditkartenunternehmen auch die kostenlose Bargeldabhebung an. Ein Kundenvorteil, der bis vor einigen Jahren schlichtweg undenkbar gewesen wäre, da durch hohe Gebühren versucht wurde, den bargeldhaften Zahlungsverkehr in den Hintergrund zu drängen. Aber die Zeiten ändern sich.
Folgende Kreditkarten teilen sich derzeit den Markt: American Express, Diners Club, Master Card, Eurocard, Visa und JCB. Master- und Visa-Card gehören mit mehr als 400.000 Akzeptanzstellen zu den Top-Playern in Deutschland.
Da nicht auszuschließen ist, die Kreditkarte auch einmal zu verlieren, gibt es verschiedene Absicherungen, die den Karteninhaber schützen. Nachdem der Kartenverlust bemerkt wurde, muss der Karteninhaber sicher gehen, dass die Karte auch gesperrt wird. Sobald die Verlustmeldung dem Karten ausgebenden Institut gemeldet wurde, ist der Karteninhaber aus der Haftung entlassen.
Fakten: